29. Meeresumwelt-Symposium: Aktuelle Entwicklungen in Forschung und Technik standen zur Diskussion

Nutzung und den Schutz der Meere zukünftig noch besser in Einklang zu bringen, das war das Thema des vom Bundessamt für Seeschifffahrt und Hydrographie organisierten 29. Meeresumwelt-Symposiums, das am 4. und 5. Juni 2019 in Hamburg stattfand. Rund 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit diskutierten aktuelle Entwicklungen in Forschung und Technik, die zu diesem Ziel beitragen können.

Die Präsidentin des BSH, Dr. Karin Kammann-Klippstein, wies in ihrer Eröffnungsrede darauf hin, dass das Umweltbewusstsein weiter Teile der Bevölkerung und das Wissen um die Bedeutung der Meere stark zugenommen habe. Daraus resultieren zahlreiche internationale und europäische Initiativen zum Umgang mit den Meeren. Peter Haugan, Vorsitzender der zwischenstaatlichen ozeanographischen Kommission, stellte die Planungen für die „Dekade der Meeresforschung für nachhaltige Entwicklung“ der Vereinten Nationen vor. Es sei genau der richtige Zeitpunkt, den Blick auf die nachhaltigere Nutzung der Meere zu richten. Er forderte die Teilnehmer des Symposiums auf, den öffentlichen Zuspruch für die Meere zu nutzen. Die Zusammenarbeit zwischen den Forschungsbereichen Ozeanographie, Ingenieurwesen, Physik, Chemie, Biologie, Geologie, zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Verwaltung sei eine Grundvoraussetzung, um, so Haugan, Lösungen für widerstandsfähige, ökologisch gesunde und produktive Meere zu entwickeln: „Die Meere sind zu wichtig, um sie ignorieren zu können“, betonte Peter Haugan.

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Zur Bewertung des Zustands der Meere werden neben Daten, die von Schiffen erhoben werden, und automatischen Datenerhebungen durch Messbojen zunehmend Daten aus der Fernerkundung verwendet. Sie fließen zum Beispiel in die Modellierung von Ausbreitungen von Schad- und Nährstoffen ein. Obwohl Nord- und Ostsee noch keinen guten Zustand im Sinne der Meeresstrategierahmenrichtlinie vorweisen, sind die Konzentrationen vieler Schadstoffe aufgrund entsprechender Regelungen zurückgegangen. Probleme bereitet der Umgang mit neu entwickelten chemischen Substanzen, die zunehmend im Rahmen der Meeresüberwachung entdeckt werden.

Ein großes Augenmerk richten Wissenschaft und Wirtschaft auf Entwicklungen, die die Nutzungen der Meere zunehmend nachhaltiger machen. Gerade im Bereich der Technik und der Maßnahmen zur Schallminderung im Meer wurde bereits viel erreicht. Es wurden aber auch noch bestehende Verbesserungspotentiale aufgezeigt.

Als Bilanz von 10 Jahren Weltkulturerbe Wattenmeer, das eine besondere Rolle als Rastplatz für Zugvögel spielt, war man sich einig, dass der Schutz dieses Naturraums sehr sorgfältig mit der Nutzung zum Beispiel durch Tourismus und Fischerei ausbalanciert werden.

Weitere Themen waren unter anderem die Rückkehr der Kegelrobben in die Ostsee, der Umgang mit Treibsel an deutschen Stränden und die Untersuchung von Kaltwasserkorallen in Bezug auf die Ozeanversauerung.

Zum Abschluss des Symposiums betonte Heike Imhoff, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), dass alle Ebenen des Meeresschutzes abgedeckt sein müssten. „Nationale und internationale Übereinkommen sind wichtig. Die wesentlichen Impulse gehen aber nach wie vor von lokalen Initiativen aus“, so Imhoff.

Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus unserem Archiv der Pressemitteilungen der Kreuzfahrt-Anbieter - eine Überprüfung oder Bewertung der Inhalte durch cruisetricks.com findet nicht statt.
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