Als Hauptförderer der neuen Bewertung trägt die MSC Foundation dazu bei, den Zustand der Korallenriff-Ökosysteme weltweit besser zu verstehen – Die Initiative steht im Rahmen der Roten Liste der Ökosysteme der IUCN
Die MSC Foundation unterstützt eine wegweisende globale Bewertung, die zu dem Ergebnis kommt, dass 96 Prozent der weltweiten Korallenriff-Ökosysteme im Flachwasser „vom Kollaps bedroht“ sind. Für nahezu jedes untersuchte Flachwasserriff besteht ein hohes Risiko, bis 2075 zusammenzubrechen.
Die Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) hat die Bewertung heute auf der UN-Biodiversitätskonferenz (COP17) im armenischen Eriwan vorgestellt. Es ist die erste globale Bewertung von Korallenriffen im Rahmen der Roten Liste der Ökosysteme der IUCN. Sie basiert auf jahrzehntelangen Beobachtungen und Klimadaten und vereint die Arbeit von mehr als 250 Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern und Fachexpertinnen und -experten. Dabei wurden Korallenriffe in über 80 Ländern und Territorien untersucht.
Korallenriffe sind bereits heute stark geschädigt. Die größten Bedrohungen stehen laut der Bewertung jedoch noch bevor – deshalb ist es entscheidend, jetzt zu handeln, um weitere Verluste zu verhindern und den Riffen bessere Chancen auf Erholung zu geben. Dafür müssen die menschengemachten Belastungen reduziert werden: weniger Verschmutzung, nachhaltiges Fischereimanagement und mehr Meeresschutzgebiete. Das macht Riffe widerstandsfähiger und hilft ihnen, sich trotz mariner Hitzewellen zu erholen.
Korallenriffe erhalten die Artenvielfalt im Meer, schützen Küsten vor Stürmen und Erosion und sind Grundlage für Fischerei und Küstentourismus. Ihr Rückgang gefährdet Küstenorte und Wirtschaftszweige, die auf gesunde Meere angewiesen sind.
„Korallenriffe sind einer der deutlichsten Indikatoren für den Zustand der Ozeane. Sie bieten unzähligen Arten Nahrung, Schutz und Laichgründe, schützen Küstengemeinden und sichern wichtige Wirtschaftszweige wie Fischerei, Aquakultur oder Küstentourismus“, sagt Dr. Grethel Aguilar, Generaldirektorin der IUCN. „Die Riffe stehen bereits heute unter Druck. Doch mit den richtigen Maßnahmen können sie sich erholen und gedeihen. Wenn wir den Klimawandel bekämpfen und die weitere Erwärmung der Ozeane stoppen, geben wir ihnen diese Chance. Partnerschaften wie unsere Zusammenarbeit mit der MSC Foundation zeigen, wie gezielte Investitionen und gemeinsames Engagement die Zukunft der Korallenriffe sichern können – und damit auch das Wohlergehen und den Wohlstand der Küstengemeinden, die von ihnen abhängen.“
Von der globalen Forschung zum Korallenschutz auf den Bahamas
Die MSC Foundation ist die gemeinnützige Stiftung der MSC Group. Sie fördert weltweit Naturschutzforschung und setzt auf den Bahamas ein eigenes Meeresschutzprogramm um. Auf Ocean Cay MSC Marine Reserve bringt das Super Coral Reefs Programme bahamaische und internationale Forschungspartner zusammen. Gemeinsam erforschen sie hitzetolerante Korallen, ziehen diese in Unterwasser-Aufzuchtstationen heran und prüfen, wie gut Renaturierungsmaßnahmen die Erholung und Widerstandskraft der Riffe fördern. Den Beteiligten ist es gelungen, die kritisch gefährdete Elchhornkoralle zu identifizieren und zu züchten. Sie wachsen schnell, bilden Riffe und bieten so Meereslebewesen als Aufzuchthabitate wichtigen Schutz.
Daniela Picco, Executive Director der MSC Foundation, sagt auf der UN-Konferenz: „Wir investieren in die globale Korallenriffforschung, weil wir, um diese Ökosysteme zu schützen, erst das Ausmaß der Bedrohungen verstehen müssen. Auf Ocean Cay auf den Bahamas setzen wir wissenschaftliche Forschung in die Praxis um: Gemeinsam mit Partnern untersuchen wir widerstandsfähige Korallen, entwickeln Renaturierungsmethoden weiter und binden Kreuzfahrtgäste sowie Studierende ein. Indem wir globale Wissenschaft mit praktischem Handeln verbinden, können wir dazu beitragen, Korallenriffen eine echte Zukunftsperspektive zu geben.“
Das Marine Conservation Center der Stiftung wurde im April 2025 auf Ocean Cay eröffnet. Es bietet Einrichtungen für die Erforschung und Vermehrung von Korallen sowie für Bildungsarbeit. Bahamaische Studierende und Forschende können dort Fachwissen in der Meeresforschung aufbauen. Kreuzfahrtgäste erfahren vor Ort, warum der Schutz von Riff-Ökosystemen so wichtig ist.
Die aktuelle marine Hitzewelle setzt die Korallenriffe zusätzlich unter Druck. Die Stiftung beobachtet ihre in Aufzuchtstationen gezogenen Korallen daher genau und schützt sie vor Hitzestress. Bislang zeigen die Korallen ermutigende Anzeichen von Widerstandskraft. Zudem investiert die Stiftung verstärkt in Forschungseinrichtungen, Fachpersonal, innovative Renaturierungsmethoden und wissenschaftliche Partnerschaften.


