„Have Mai“ auf den Marquesas – mit Aranui die polynesischen Sprachen entdecken

Obwohl die Amtssprache auf den Inseln Französisch-Polynesiens offiziell Französisch ist, haben interessierte Reisende, die eine Kreuzfahrt mit Aranui Cruises buchen, mindestens zwei Gelegenheiten mit unterschiedlichen polynesischen Sprachen in Berührung zu kommen: Die erste bei ihrem Aufenthalt in Tahiti, die zweite Gelegenheit richtet sich ganz nach dem Ziel ihrer Kreuzfahrt. Denn so einzigartig und charakteristisch wie die verschiedenen Inseln der Aranui-Kreuzfahrten, sind auch die Sprachen, die auf ihnen gesprochen werden.

Insgesamt gibt es 36 Polynesische Sprachen, die von insgesamt 900.000 Menschen auf der Welt gesprochen werden, wobei die am weitesten verbreitete Sprache Samoanisch mit etwa 430.000 Sprechern ist, gefolgt von Tongaisch und Tahitianisch mit jeweils 125.000 Sprechern. Die meisten polynesischen Sprachen werden heutzutage jedoch nur noch von wenigen Tausend Menschen gesprochen.

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Auch auf den Marquesas-Inseln, dem meist-angesteuerten Ziel von Aranui Cruises, gibt es eine eigene Sprache, die sich in einen Nord- und einen Süddialekt gliedert und insgesamt von 5500 Menschen gesprochen wird: Marquesanisch. Marquesanisch unterscheidet sich deutlich vom Tahitianischen und ist näher am Hawaiianischen, von dem man annimmt, dass es einer der sprachlichen Hauptvorfahren ist. Wie andere polynesische Sprachen, enthält Marquesanisch viele Vokale und vergleichsweise wenige Konsonanten. Das Wort „Mond“ bedeutet auf Nord-Marquesanisch beispielsweise „meama“ und auf Süd-Marquesanisch „mahina“.

150 Jahre lang wurde die Kultur des marquesanischen Volkes jedoch zum Schweigen gebracht: Lieder, Tänze, Tätowierungen, aber auch die marquesanische Sprache wurden von den Missionaren verboten. Nach all diesen Jahren war es ironischerweise ein Bischof, der dazu beitrug, dieses Massaker an der marquesanischen Kultur zu stoppen: Hervé-Marie Le Cléac’h, von 1973 bis 1986 Bischof der Marquesas, übersetzte die Bibel und die Liturgie ins Marquesanische, brachte Trommeln und einheimische Skulpturen in die Kirchen und benannte die Diözese in „Te Fenua Enata“ um.

Heute sind die Marquesaner stolz darauf, ihre Kultur, Sprache und Traditionen zu bewahren und zu fördern. Seit 2000 wird die marquesanische Sprache von der „Académie marquisienne“, genannt Tuhuna Eo Enata, verteidigt. Nach Angaben des Instituts für Statistik von Französisch-Polynesien sprechen mehr als zwei Drittel der Bevölkerung der Marquesas in ihren Familien Marquesanisch.

Auf den Austral-Inseln wiederum, einem weiteren Ziel der Aranui-Kreuzfahrten, werden die so genannten „Südlichen Sprachen“ gesprochen, die der tahitianischen Sprachgruppe zugeordnet und meist im Hinblick auf den jeweiligen Inseldialekt unterschieden werden. So gibt es auf den Australinseln beispielweise die Sprachen reo ra’ivavae , reo rimatara , reo rurutu und reo tupua’i. Einen Sonderfall bildet die Insel Rapa Iti, die aufgrund ihrer geografischen Abgeschiedenheit eine eigene Sprache namens „reo rapa“ entwickelt hat, die sich von jeder anderen Sprache der Austral-Inseln unterscheidet und daher gesondert klassifiziert wird. Allerdings besteht das moderne „reo rapa“ aus sehr starken Einflüssen des Tahitianischen, gemischt jedoch mit seinen eigenen sprachlichen Wurzeln des „Alt-rapa“. Das Wort „Fluss“ bedeutet etwa auf Tahitianisch „anavai“, während es auf reo-rapa und alt-rapa „mangavai“ bedeutet. Meist gleicht die reo-rapa-Form jedoch eher der tahitianischen Vokabel.

Die Pitcairn-Inseln – eine dritte Aranui-Destination -, gehören zu den Britischen Überseegebieten, weshalb die Amtssprache hier Englisch statt Französisch ist. Die heutigen Bewohner, die direkte und stolze Nachfahren der englischen Bounty-Meuterer aus dem Jahr 1789 sind, besitzen allerdings ebenfalls eine eigene und wiederum ganz einzigartige Sprache namens „Pitkern“, eine kreolische Sprache, die Tahitianisch mit altem Englisch aus dem 18. Jahrhundert mischt – ganz im Stil ihrer berühmt-berüchtigten Vorfahren. Deutlich wird diese ungewöhnliche Mischung zum Beispiel an Satzkonstruktionen wie „Whata way ye?“ („Wie geht’s dir?“) oder „I se gwen ah big shep“ („Ich gehe zum Schiff“). Das nahezu gleiche Pitcairn-Englisch wird auch auf der Norfolkinsel (ca. 1400 km östlich von Australien) gesprochen, auf die 1856 viele Pitcairner umgesiedelt wurden und ihre Sprache dort verbreiteten.

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Interessierten, die nun einmal live „Marquesanisch“, „reo-rapa“ oder „Pitkern“ hören, sei gesagt, dass 2022, neben vielen Marquesas-Kreuzfahrten, auch noch zwei „Pitcairn und Gambier“-Kreuzfahrten auf dem Programm stehen (vom 10. bis zum 21. September 2022 sowie vom 22. Oktober bis zum 2. November 2022). Und auch Kreuzfahrten im Jahr 2023 können bereits gebucht werden, darunter auch eine Tour zu den Austral-Inseln vom 9. bis zum 20. September 2023. Natürlich hält das Jahr 2023 darüber hinaus auch Marquesas- und Pitcairn-Kreuzfahrten bereit.

Passagiere der Aranui müssen dann nur noch aufpassen, dass es ihnen beim Anblick der verschiedenen paradiesischen Inseln nicht komplett die Sprache verschlägt.

Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus unserem Archiv der Pressemitteilungen der Kreuzfahrt-Anbieter - eine Überprüfung oder Bewertung der Inhalte durch cruisetricks.com findet nicht statt.
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