Kein Verständnis für WSV-Streik – Flusskreuzfahrtreedereien fordern störungsfreien Schiffsverkehr auf deutschen Flüssen

Der dreiwöchige Arbeitskampf der Beschäftigten der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes hat bei der Binnenschifffahrt und insbesondere den Flusskreuzfahrtunternehmen noch nicht absehbare wirtschaftliche Schäden verursacht. Für tausende Passagiere mussten die Reedereien und Reiseveranstalter kurzfristig und mit hohem Aufwand Ersatzprogramme organisieren, Busse und Flugzeuge chartern, Hotels anmieten und Logistikketten verändern. Einzelne Reisen mussten abgebrochen und die Passagiere vorzeitig nach Hause geflogen werden. Durch die spontanen Schleusensperrungen wurde den Reedereien jegliche Planungsgrundlage entzogen.

„Ganz zu schweigen von noch gar nicht absehbaren Rückzahlungsforderungen enttäuschter Passagiere“, so Helge Grammerstorf, Geschäftsführer des Europäischen Branchenverbandes IG RiverCruise. Durch die Störung des Schiffsverkehrs aufgrund der Schleusensperrungen würde ebenfalls das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Flusskreuzfahrt auf den deutschen Wasserstraßen belastet und Kunden könnten nach Alternativen Ausschau halten. In diesem Fall würden auch die Städte und Gemeinden, welche vom Kreuzfahrttourismus profitieren, langfristig wirtschaftliche Einbußen erleiden.

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Vor dem Hintergrund eines in der vergangenen Woche durch das Bundesverkehrsministerium vorgelegten Rechtsgutachtens hat die Gewerkschaft ver.di nunmehr eine einwöchige ‚Streikpause‘ angekündigt.

„Wir möchten davon ausgehen können, dass dies auch das Ende der unverhältnismäßigen Streikmaßnahmen bedeutet“, so Grammerstorf weiter, „denn es ist nicht hinnehmbar, dass hier eine kleine Gruppe von Schlüsselpositionsinhabern eine ganze Branche lahmlegt und damit ihre persönliche Auseinandersetzung ausschließlich zu Lasten Dritter führt.“ Die Flusskreuzfahrtbranche habe kein Verständnis für Dauer und Umfang des Streiks. Dies gelte insbesondere, da das vorgelegte Gutachten offenbar zu dem Ergebnis käme, dass das vorgegeben Streikziel schon vor dem Streik erreicht gewesen war, es also der Maßnahme demnach gar nicht bedurft hätte.

Die IG RiverCruise hat dies zum Anlass genommen, die streitenden Parteien erneut nachdrücklich aufzufordern, zu einer Form der Konfliktbewältigung zurückzukehren, welche nicht zu unabsehbaren Schäden bei unbeteiligten Dritten führt.

Die IG RiverCruise ist der Verband der in Europa tätigen Flusskreuzfahrtreedereien. Mit mehr als 20 Mitgliedern und 200 Flusskreuzfahrtschiffen repräsentiert sie ca. 80% des Marktvolumens.

Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus unserem Archiv der Pressemitteilungen der Kreuzfahrt-Anbieter - eine Überprüfung oder Bewertung der Inhalte durch cruisetricks.com findet nicht statt.
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