Kreuzfahrtindustrie nimmt eine führende Rolle bei Emissionsminderung in der Schifffahrt ein

Für die Kreuzfahrtbranche hat der Umweltschutz hohe Priorität. Sie entwickelt die Abgas-Reinigungssysteme der Schiffe kontinuierlich weiter und unterstützt die Häfen, um Technologien und Infrastrukturen zur Emissionsminderung einzusetzen und aufzubauen. Jede Generation von Kreuzfahrtschiffen ist ‚grüner‘ als die vorhergehende. CLIA-Mitgliedsreedereien leisten heute schon sehr viel, um die Umweltbelastungen zu reduzieren – oft mehr als es die gesetzlichen Vorschriften verlangen.

CLIA unterstützt den von der International Maritime Organization (IMO) festgelegten Stufenplan für die weltweite Schifffahrt, von der die Kreuzfahrtbranche weniger als 0,5 Prozent ausmacht. Als nächste Stufen des IMO-Plans treten am 1. Januar 2015 neue Vorschriften zur Verminderung von Schwefeloxid ein. Am 1. Januar 2016 werden die Vorschriften zur Verminderung von Stickoxid-Emissionen verbindlich. Einige Reedereien rüsten Teile ihrer Flotte sogar früher um. Ziel des IMO-Stufenplans ist es, bis 2025 die gesamte Schiffsindustrie weltweit auf schwefelarme Treibstoffe umgestellt zu haben. Innerhalb der EU soll das bereits bis 2020 geschehen. „Alle CLIA-Mitgliedsreedereien halten sich strikt an die Vorgaben der IMO und werden die neuen Abgasstandards spätestens bis zu ihrem Inkrafttreten umgesetzt haben. Der Treibstoffverbrauch und der Schadstoffausstoß konnten in den vergangenen Jahren deutlich reduziert werden. Heute verbrauchen Kreuzfahrtschiffe pro Passagier bis zu 70 Prozent weniger Treibstoff als noch vor 20 Jahren. Auch zukünftig erwarten wir hier weitere Fort-schritte“, sagt Michael Ungerer, Chairman von CLIA Deutschland.

„Der Fokus der Öffentlichkeit lag in jüngster Zeit auf dem Thema Abgasreinigung. Wir haben in den vergangenen Monaten beträchtliche Fortschritte erzielt – nicht nur im Hinblick auf die Emissionen, sondern auch in allen anderen Bereichen des Umweltschutzes“, sagt Robert Ash-down, Secretary General von CLIA Europe. Gemeinsam mit Herstellern haben Reedereien Lösungen für die Abgasreinigung entwickelt. Prototypen von Abgas-Nachbehandlungssystemen, wie beispielsweise Katalysatoren und Entschwefelungsanlagen, werden auf kürzlich in den Dienst gestellten Schiffen bereits verwendet. Auch Rußpartikelfilter sollen in absehbarer Zeit zum Einsatz kommen.

Verschiedene Reedereien setzen bei kommenden Schiffsgenerationen auf den Einsatz von Dual-Fuel-Motoren, die wahlweise mit schwefelarmem Schiffsdiesel oder mit Flüssiggas betrieben werden können. So können sie Strom während ihrer Liegenzeit in Häfen mittels Flüssigerdgas erzeugen. Außerdem arbeitet die Kreuzfahrtbranche zusammen mit Hafenbehörden an einer weiteren Senkung der Emissionen, zum Beispiel durch die Nutzung von Landstrom aus dem lokalen Stromnetz oder durch sogenannte LNG-Bargen (LNG = liquefied natural gas), die Flüssiggas über Gasmotoren in Strom umwandeln. Dabei werden weder Schwefel-oxide noch Rußpartikel produziert. Stickoxid- und Kohlendioxid-Emissionen werden um 80 bzw. 30 Prozent verringert. Die ersten LNG-Bargen werden derzeit als Pilotprojekte gebaut.

CLIA hat dieses Jahr einen globalen Hafenausschuss gegründet, in dem Reedereien und Hafenbehörden hafenbezogene Fragen, Probleme und Herausforderungen diskutieren und entsprechende Lösungen entwickeln können. Mit Hilfe des Hafenausschusses sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, um eine LNG- und Landstromversorgung in den Häfen zur Verfügung stellen zu können. Die Häfen und Kreuzfahrtbetreiber müssen große Investitionen für die dafür notwendige Infrastruktur tätigen. Das alles benötigt seine Zeit. In Hamburg und Kiel sowie anderen deutschen Häfen werden erste Pilotprojekte entwickelt: Am Kreuzfahrtterminal Altona in Hamburg wurde beispielsweise in diesem Jahr damit begonnen, die Infrastruktur für eine Landstromversorgung zu schaffen.

Der von CLIA Deutschland kürzlich in Hamburg veranstaltete Environment Day der Kreuzfahrtindustrie hat gezeigt, dass die Branche insgesamt auf einem sehr guten Kurs ist, neue technische Lösungen und alternative Treibstoffe einzusetzen, um Emissionen kontinuierlich zu reduzieren. „Wir wissen, dass trotz der bisher erreichten beträchtlichen Fortschritte noch nicht alle Probleme gelöst sind: Es bleibt noch manches zu tun. Unsere Branche stellt sich diesen Herausforderungen in allen Bereichen des Umweltschutzes, einschließlich der Luft-, Wasser-und Abfallbehandlung. Wir werden auch in Zukunft im permanenten Dialog mit allen Interessengruppen unserer Branche bleiben. Denn wir haben ein gemeinsames Ziel: die Meere und Gewässer, die wir befahren, zu schützen und ihre Einzigartigkeit zu bewahren“, sagt Helge Grammerstorf, Director von CLIA Deutschland.

Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus unserem Archiv der Pressemitteilungen der Kreuzfahrt-Anbieter - eine Überprüfung oder Bewertung der Inhalte durch cruisetricks.com findet nicht statt.