NABU begrüßt 400 Millionen Euro Förderung und fordert schnelleren Ausbau der Landstrominfrastruktur
Die Bundesregierung stellt Modernisierungsmillionen für Schifffahrt und Häfen bereit. Das ist auch bitter nötig. Eine aktuelle Studie von Transport & Environment belegt, dass wir beim Landstrom noch weit vom Ziel entfernt sind: Container- und Kreuzfahrtschiffe müssen gesetzlich ab spätestens 2030 im Hafen ihre Motoren abschalten – doch bislang klafft hier noch eine große Lücke. Häfen sind Emissionshotspots, zu Lasten von Gesundheit und Klima. Um dies zu ändern, sind große Investitionen notwendig. Insbesondere um die entsprechende Infrastruktur einzurichten, klimaneutralen Strom an Bord von Schiffen bringt. Der Bund stellt nun 400 Millionen Euro Förderung für klimafreundliche Schifffahrt und Häfen bereit, die unter anderem das Landstromangebot, sowie E-Fuels n deutschen Häfen voranbringen sollen. Hinzu kommt die Zusage, so genannte „Grüne Korridore“ zu unterstützen. Dabei handelt es sich um Routen, die mit klimaneutralen Schiffen betrieben werden. Auf diese Weise soll die maritime Energiewende vorangetrieben werden. Der NABU fordert die Mittel nun möglichst schnell in zukunftstaugliche Lösungen zu investieren, fossile Infrastruktur wie etwa LNG oder auch Biokraftstoffe dürfen hiervon nicht profitieren.
„Wir begrüßen die Unterstützung dieser zentralen Vorhaben des „Nationalen Aktionsplans Klimafreundliche Schifffahrt“ und der „Nationalen Hafenstrategie“, bei deren Erstellung der NABU aktiv mitgewirkt hat, ausdrücklich. Landstrom und E-Fuels sind essenziell für die Erreichung der Klimaneutralität auf dem Wasser und für saubere Luft in Hafenstädten. Es ist noch ein langer Weg bis dahin, aber insbesondere für die deutsche Wirtschaft bringt diese Transformation neben einigen Herausforderungen vor allem riesige Chancen“, so Sönke Diesener, NABU-Schifffahrtsexperte.
Die heute erschiene Analyse von Transport & Environment verdeutlicht, dass die Landstrominfrastruktur massiv ausgebaut werden muss, um die für Kreuzfahrt und Containerschiffe geltende Landstrompflicht in großen Häfen ab 2030 umsetzen zu können. Die Studie zeigt, dass in keinem Hafen der EU die Landstromanschlüsse in ausreichendem Umfang vorhanden sind. Landstrom ist klimafreundlich und reduziert die Luftverschmutzung während der Liegezeit von Schiffen im Hafen nahezu auf null.
„Es ist erschreckend zu sehen, dass Schiffe in den meisten Häfen noch lange klima- und gesundheitsschädlichen Treibstoffe zur Energieversorgung nutzen müssen. Das Hamburg bereits 13 Landstromanschlüssen auf den Weg gebracht hat und auch die großen deutschen Ostseehäfen immer wieder als Positivbeispiele aufgeführt werden, stimmt optimistisch, dass die Umsetzung gelingen kann. Dafür ist neben finanzieller Förderung ein klares Bekenntnis zum eingeschlagenen regulatorischen Weg in Richtung Klima- und Gesundheitsschutz notwendig“, so Sönke Diesener, NABU-Schifffahrtexperte. In vielen Häfen Europas fehlt bisher jeglicher Anschluss, auch in Bremen sind es nur 4 von 22 (18 Prozent).
Als NABU haben wir uns im Rahmen der Erstellung der „Nationalen Hafenstrategie“ und des „Nationalen Aktionsplans Klimafreundliche Schiffe“ mit Nachdruck für eine Pflicht zur Bereitstellung sowie Ausbau von Landstrom eingesetzt. Ebenso fordern wir den konsequenten Ausbau der E-Fuel-Infrastruktur und die Einrichtung Grüner Korridore als wichtige Testfelder für den Einsatz klimafreundlicher Technologien in der Schifffahrt. „Es ist gut zu sehen, dass die neue Bundesregierung diese Bestrebungen kontinuierlich fortsetzt, im Sinne des Klimaschutzes und im Sinne der Planungssicherheit der Branche“, ergänzt Diesener.
Studie: https://www.transportenvironment.org/articles/european-ports-unplugged


