Detloff: Auch auf nationaler Ebene an Meeresschutzstandards festhalten
Der NABU begrüßt den heutigen Beschluss des Bundeskabinetts, dem UN-Hochseeschutzabkommen beizutreten, als wichtigen und überfälligen Schritt für den Schutz der biologischen Vielfalt auf Hoher See. Er warnt jedoch vor einer nahezu zeitgleichen Abschaffung wichtiger Schutzstandards für die Meere in Deutschland.
Dr. Kim Detloff, Leiter Meeresschutz sagt: „Die Weltmeere sind das größte Ökosystem unseres Planeten – sie regulieren das Klima, speichern CO₂ und sind Lebensraum für unzählige Arten. Mit dem Abkommen gibt es ein erstes Schutzregime auf der sogenannten Hohen See, der Weg für Schutzgebiete ist frei und die Ausbeutung der Meere kann begrenzt werden. Das ist essenziell, um das Artensterben zu stoppen und die Widerstandsfähigkeit der Ozeane gegenüber der Klimakrise zu stärken.“
Gleichzeitig warnt der NABU vor einem Absenken der Schutzstandards beim Offshore-Ausbau auf nationaler Ebene in Nord- und Ostsee. Detloff führt aus: „Während die Bundesregierung den Schutz in internationalen Gewässern stärkt, stimmt der Bundestag über den Entwurf des Windenergie-auf-See-Gesetzes ab, der in der aktuellen Form jahrzehntelang bewährte Instrumente zum Schutz der Meere abschaffen wird. Nach dem aktuellen Entwurf entfallen bei Genehmigung von Offshore-Windparks praktisch alle Umweltprüfungen, dadurch wird die Bedrohung für die ohnehin stark bedrängten Schweinswale und Seevögel in der Nordsee noch stärker.“
Der NABU erkennt an, dass der Ausbau der Offshore-Windenergie für die Energiewende unverzichtbar ist, jedoch darf er nicht in diesem Maße auf Kosten des Meeresschutzes gehen. Der NABU fordert eine sorgfältige Raumplanung, die Schutzgebiete und Windparks klug aufeinander abstimmt – nur so können wir beide Ziele vereinen: Klimaschutz und Erhalt der marinen Ökosysteme.