Diesener: NAPS-Förderung ist unzureichend – deutlich mehr ETS-Einnahmen für klimafreundliche Schiffe
Heute hat das Bundeskabinett den Nationalen Aktionsplan für klimafreundliche Schifffahrt (NAPS) beschlossen. Er soll den Ausstoß von Treibhausgasen in der Schifffahrt senken und den Hochlauf klimafreundlicher Technologien, Kraftstoffe und Infrastrukturen unterstützen. Der NABU, der sich bereits im vorgeschalteten Beteiligungsprozess eingebracht hat, begrüßt die grundsätzliche Zielsetzung des NAPS, sieht jedoch Nachbesserungsbedarf bei zentralen Maßnahmen.
NABU-Schifffahrtsexperte Sönke Diesener: „Der NAPS setzt wichtige Impulse, um die Schifffahrt klimafreundlicher und zukunftsfähiger zu machen. Doch die für die Umsetzung vorgesehenen Mittel reichen bei Weitem nicht aus. Jetzt muss es heißen: Nicht kleckern, sondern klotzen. Wer die Schifffahrt klimafreundlich umbauen will, muss einen deutlich größeren Anteil der ETS-Einnahmen in emissionsfreie Schiffe, Häfen und erneuerbare Energieträger investieren.“
Deutschland nimmt aus dem maritimen EU-Emissionshandel voraussichtlich jährlich 700 Millionen bis 1,4 Milliarden Euro ein. Dennoch sieht der NAPS nur 400 Millionen Euro über vier Jahre vor, um klimafreundliche Schiffe und Häfen zu fördern. Das kritisiert der NABU als unzureichend. Darüber hinaus fordert er, Fördermaßnahmen, Infrastrukturinvestitionen sowie Forschungs- und Entwicklungsprogramme konsequent am tatsächlichen Potenzial zur Treibhausgasminderung auszurichten. Fossile Kraftstoffe sollten grundsätzlich von der Förderung ausgeschlossen werden. Auch LNG ist aus Sicht des NABU keine nachhaltige Klimaschutzoption: Neben den weiterhin hohen CO₂- und Methanemissionen von fossilem LNG sprechen begrenzte nachhaltige Biomassepotenziale, Methanschlupf und die langfristige Bindung an fossile Technologien gegen eine Förderung LNG-basierter Lösungen.
„Öffentliche Gelder müssen gezielt in Technologien fließen, die die Schifffahrt wirklich klimaneutral machen. Entscheidend ist, wie viel Treibhausgase eine Technologie tatsächlich einspart. LNG erfüllt diesen Anspruch nicht – egal, woher es stammt. Seine Förderung ist deshalb nicht zu rechtfertigen“, ergänzt NABU-Schifffahrtsexpertin Raija Koch.


